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GWS Geschichtswerkstštte GmbH 1991 Mythos und Geschichte
     

Die Schweiz feiern

Ausstellung in Lausanne
Das Plakat der Ausstellung in Lausanne

Die Ausstellung der Universität Basel warf hohe Wellen, da längst bekannte historische Fakten einem breiten Publikum augenfällig vermittelt wurden. Das Schulwissen der älteren Generation kollidierte mit dem aktuellen Geschichtsbild.

Die Auseinandersetzungen wurden √∂ffentlich und hart gef√ľhrt. B√∂se Leserbriefe und anonyme Drohungen zeigten, dass viele Mitmenschen lieber an den Geschichten √ľber die Vergangenheit festhielten als sich mutig der Zukunft zu stellen.

12 Thesen zur Entstehung der Eidgenossenschaft

  1. Die Eidgenossenschaft ist nicht gegr√ľndet worden, sondern allm√§hlich entstanden.
  2. Das Gebiet der Waldstätten Uri, Schwyz und Unterwalden liegt um 1300 politisch, kulturell und wirtschaftlich im Abseits.
  3. Der Zusammenschluss der drei Länder (UR, SZ, NW) erfolgt 1291 als Selbsthilfe­massnahme infolge des territorialpoliti­schen Desinteresses der habsburgisch - ­österreichischen Landesherrschaft.
  4. Weder 1291 noch sonstwann hat sich in der Zentralschweiz eine Widerstands¬≠bewegung gegen Habsburg gebildet. Folglich haben weder R√ľtlischwur noch Burgenbruch statt gefunden.
  5. Die mythische Figur des Sch√ľtzen Tell hat mit den Vorg√§ngen um die Anf√§nge der Eidgenossenschaft nichts zu tun.
  6. Die Konflikte des 14. Jahrhunderts zwi¬≠schen Eidgenossen und Habsburg¬≠√Ėsterreich sind stets durch eidgen√∂ssische Provokation und Agression ausgel√∂st worden.
  7. Das B√ľndnissystem der Eidgenossenschaft bezweckt bis 1360 keine territoriale Abgrenzung gegen Habsburg-√Ėsterreich.
  8. Die Expansion der Eidgenossenschaft im 14. und 15. Jahrhundert wird durch das Versagen √Ėsterreichs als landesherrliche Ordnungs- und Schutzmacht erm√∂glicht.
  9. Widerstandsbewegungen richten sich in der Innerschweiz nicht gegen √§ussere Unterdr√ľcker, sondern gegen die eigene Oberschicht.
  10. Ein gesamteidgen√∂ssisches Zusammen¬≠geh√∂rigkeitsgef√ľhl entwickelt sich erst im Verlaufe des 15. Jahrhunderts.
  11. Seit dem 15. Jahrhundert entsteht ein durch die obrigkeitliche F√ľhrungsschicht manipuliertes Geschichtsbild, das den Mythos von der Einigkeit im Innern zum Zwecke der Abwehr eines √§usseren Feindes verbreitet.
  12. Die sp√§tmittelalterliche Eidgenossen¬≠schaft verdankt ihr politisches √úberleben und ihre territoriale Entwicklung ihrer Lage im toten Winkel der europ√§ischen Grossmachtinteressen